Startseite > Häufig gestellte Fragen > Warum bewirken Cialis, Levitra und Viagra bei mir keine Erektion?
Häufig gestellte Frage (FAQ):
Warum bewirken Cialis, Levitra und Viagra bei mir keine (ausreichende) Erektion?
Grundsätzlich können die sogenannten PDE5-Hemmer (andere Bezeichnung: PDE5-Inhibitoren) Cialis®, Levitra® und Viagra® nur unter folgenden Voraussetzungen wirken:
- Die für die Erektion (Gliedversteifung) verantwortlichen Nerven müssen funktionsfähig sein. Aber selbst wenn nach Operationen oder Erkrankungen nur noch Restfunktionen der Nerven vorhanden sind, können PDE5-Hemmer eine ausreichende Erektion ermöglichen.
- Allein durch die Einnahme von PDE5-Hemmern kommt es nicht automatisch zu einer Erektion. Nur eine bei sexueller Erregung und Stimulation (wenigstens ansatzweise) entstehende Erektion kann durch PDE5-Hemmer verstärkt werden und längere Zeit anhalten.
Patienten bei denen eine Behandlung erfolglos ist, werden in der Fachliteratur Non-Responder genannt. Aber nicht immer bedeutet eine ausbleibende Wirkung, dass die Behandlung für den Patienten ungeeignet ist, denn man kann auch bei der Behandlung Fehler machen. Speziell bei der Einnahme von PDE5-Hemmern sollte man auf folgende Punkte achten, um eine optimale Wirkung zu erreichen:
- Die Wirkung von Levitra und insbesondere von Viagra wird durch schwerverdauliche, fettreiche Mahlzeiten abgeschwächt und tritt verzögert ein. Ein Abstand von 2 Stunden zwischen der letzten Mahlzeit und der Einnahme ist sinnvoll.
- Stress und Versagensangst beeinträchtigen die Erektionsfähigkeit. Es ist daher hilfreich, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Ein Glas Sekt oder Wein kann dazu beitragen. Größere Mengen von Alkohol wirken sich dann aber schnell auch negativ aus.
- Die volle Wirkung tritt im Schnitt 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme ein. Da andererseits die Wirkung mindestens 4 Stunden anhält (bei Cialis bis zu 36 Stunden), besteht kein Grund zur Eile. Lassen Sie sich nach der Einnahme ausreichend Zeit (bei Levitra und Viagra 1 Stunde, bei Cialis 2 Stunden)!
- Eine ungenügende Erektion tritt auch bei zu schwacher sexueller Erregung
auf. Wenn Sie keine Lust empfinden und vielleicht nur deshalb
eine Erektion bekommen wollen, weil Sie annehmen, dass Ihre Partnerin von
Ihnen mal wieder einen Geschlechtsverkehr erwartet, dann werden die Tabletten
nicht viel bewirken.
Die Partnerin kann natürlich auch aktiv zur Steigerung der Erregung beitragen. Dazu ist es hilfreich, wenn Sie sich darüber austauschen, was Sie beide erregt. Es kann auch sinnvoll sein, dass Sie erst einmal die Wirkung der Tabletten alleine bei Selbstbefriedigung ausprobieren.
- Wenn die anfängliche Dosierung nicht ausreichend wirkt, sollten Sie (in Absprache mit Ihrem Arzt!) die Dosis bis zur maximalen Dosis (20 mg bei Cialis und Levitra, 100 mg bei Viagra) steigern.
- Bei manchen Männern entfalten Cialis, Levitra und Viagra nicht gleich bei den ersten Einnahmen ihre volle Wirkung. Erst nach 6- bis 8-maliger Einnahme der Höchstdosis ohne befriedigende Wirkung kann man davon ausgehen, dass das Medikament nicht wirkt (McCullough 2002).
Verschiedene Studien haben gezeigt, dass allein durch Beachtung dieser Regeln bis zu 60% der Männer, die keinen Erfolg mit Cialis, Levitra oder Viagra hatten, doch noch eine zufriedenstellende Erektion erreichen konnten (Porst 2006).
Wenn Sie auch bei Beachtung dieser Regeln keine ausreichende Erektion bekommen, dann besteht trotzdem noch Hoffnung, dass Ihnen die folgenden Tipps helfen. Reden Sie mit Ihrem Arzt über diese Vorschläge:
- Wenn Sie bisher noch nicht alle PDE5-Hemmer getestet haben, dann lohnt sich ein Versuch mit einem anderen PDE5-Hemmer. Alle PDE5-Hemmer beruhen zwar auf dem selben biochemischen Prinzip und wirken statistisch gesehen etwa gleich gut, aber im Einzelfall besteht eine kleine Chance, dass ein Medikamentenwechsel zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führt.
- Eine weitere Möglichkeit ist die zusätzliche, regelmäßige Einnahme von L-Arginin (Porst 2011).
- Falls bei Ihnen der Testosteronwert noch nicht bestimmt wurde, dann sollte das jetzt erfolgen. Bei einem Testosteronmangel wirken Cialis, Levitra und Viagra nicht oder nicht befriedigend. Die Behandlung des Testosteronmangels kann die Wirksamkeit der PDE5-Hemmer verbessern und sich auch positiv auf ihr allgemeines Befinden auswirken.
- Auch die Behandlung anderer Begleiterkrankung wie beispielsweise Diabetes oder zu hohe Blutfettwerte kann sich positiv auf die Erektionsfähigkeit auswirken (Guay 2003).
- Eine Studie hat gezeigt, dass durch die tägliche, abendliche Einnahme von Cialis 10 mg knapp 60% der Non-responder nach einiger Zeit auf die bedarfsabhängige Gabe von Cialis 20 mg umsteigen konnten (McMahon 2004).
- In einigen Fällen kann auch die Einnahme von mehr als der empfohlenen Höchstdosis einen Erfolg bringen. So konnten in einer Studie 24% ursprüngliche Non-Responder mit Dosen bis zu 200 mg Sildenafil (dem Wirkstoff in Viagra) doch noch eine gute Erektion erreichen (McMahon 2002). Allerdings ist bei der Einnahme von mehr als der empfohlenen Höchstdosis mit verstärkten Nebenwirkungen zu rechnen. In dieser Studie hatten rund ein Drittel der Männer so starke Nebenwirkungen, dass sie aus der Studie ausstiegen.
Bei 20 bis 30% der Männer mit erektiler Dysfunktion führen auch diese Hinweise zu keinem Erfolg. In diesem Fall stehen andere, auf unserer Seite "Behandlung (Therapie)" beschriebene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Weitere Seiten zu Cialis, Levitra und Viagra
- Therapie der erektilen Dysfunktion: PDE5-Hemmer (Cialis, Levitra, Viagra)"
- FAQ "Darf ich trotz Bluthochdruck Cialis, Levitra oder Viagra einnehmen?"
- FAQ "Darf ich trotz Herzerkrankung Cialis, Levitra oder Viagra einnehmen?"
- FAQ "Kann man von Cialis, Levitra oder Viagra blind werden?"
- FAQ "Warum lässt die Wirkung von Cialis, Levitra, Viagra bei mir nach?"
Literatur
- Guay, André (2003):
Optimizing Response To Phosphodiesterase Therapy: Impact of Risk-Factor Management.
Journal of Andrology, Band 24, Supplement, Seite S59-S62.
Im Internet: Artikel (html-Datei), Artikel (pdf-Datei, 29 kB). - McCullough, Andrew R; Barada, James H; Fawzy, Ahmed; Guay, Andre T; Hatzichristou, Dimitrious (2002):
Achieving treatment optimization with sildenafil citrate (Viagra) in patients with erectile dysfunction.
Urology, Volume 60, No. 2, Supplement 2, S. 28-38.
Im Internet: Zusammenfassung. - McMahon, Chris (2002):
High dose sildenafil citrate as a salvage therapy for severe erectile dysfunction.
International Journal of Impotence Research, Band 14, Heft 6, Seite 533-538.
Im Internet: Zusammenfassung, Artikel (pdf-Datei, 175 kB). - McMahon, Chris (2004):
Efficacy and Safety of Daily Tadalafil in Men with Erectile Dysfunction Previously Unresponsive to On-demand Tadalafil.
The Journal of Sexual Medicine, Band 1, Heft 3, S. 292-300.
Im Internet: Zusammenfassung. - Porst, Hartmut (2006):
Oral Pharmacotherapy of Erectile Dysfunction.
In: Porst, Hartmut; Buvat, Jacques (Herausgeber):
Standard Practice in Sexual Medicine. Blackwell Publishing. - Porst, Hartmut (2011):
Internetseite: Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion - Impotenz).
(Letzter Zugriff: 18.6.20011) - Sadovsky, R; Brock, GB; Gutkin, SW; Sorsaburu, S (2009):
Toward a new 'EPOCH': optimising treatment outcomes with phosphodiesterase type 5 inhibitors for erectile dysfunction.
The International Journal of Clinical Practice, Band 63, Heft 8, Seite 1214-1230.
Im Internet: Zusammenfassung, Artikel (pdf-Datei, 962 kB).